Wo viel Wasser, dort viel Fisch?
Von einem Fischreichtum zu sprechen, mit dem der Spreewald noch vor Jahr hunderten gesegnet war, ist übertrieben. Die Veränderungen in der Natur, besonders durch die industrielle Entwicklung, haben sich hier nicht positiv ausgewirkt.Die Spreewaldfischerei hat lange Traditionen. Mit ihr ernährte man sich früher täglich und billig, durch den Verkauf konnte man seine kargen Einkünfte aufbessern. Während bis zum 15. Jahrhundert der Fischfang für alle Bewohner möglich war, schränkte später die feudale Obrigkeit mit immer neuen Bestimmungen dieses Recht zunehmend ein.
So wurde zum Beispiel für Burg festgelegt, fischen darf, wer Grund und Boden besitzt und den jährlichen Fischzins bezahlt. Das änderte sich erst, als 1927 durch die damaligen drei Gemeinden in . Burg von der Regierung in Frankfurt (Oder) für 1500 Mark das Fischereirecht abgekauft wurde.
Mit PS auf Tour
Ein Fischkasten, wie sie heute noch zum aufbewahren der Fische gebraucht werden.

Die Fischerei heute dient nicht mehr dem Geld- und Lebenserwerb, sondern ist eine nutzbringende Freizeitbeschäftigung. Neben den zahlreichen Anglern sind es besonders die Fischer die in festgelegten Zeiten und Gebieten meistens mit dem Kahn «in die Fische fahren» mit der Wade, dem Garnsack, dem Knebelnetz, mit der «blumbawa» (einer Stange zum Aufscheuchen der Fische) und anderem herkömmlichen Gerät.

Insgesamt gehören zu den nach 1 950 gegründeten drei Gemeinschaften sorbischer Fischer - Burg und Umgebung, Lübbenau und Umgebung und Unterspreewaldetwa po Mitglieder. Im Durchschnitt stellt jeder Fischer von seinem jährlichen Fang reichlich 20 Kilogramm zum Verkauf und für Gaststätten zur Verfügung. Die übrigen Fische läßt er sich selbst munden - geräuchert, gebraten, gekocht, oft mit typischer Spreewaldsoße.

Der Möglichkeiten dabei gibt es viele, denn in den Spreewaldfließen sind die meisten heimischen Edelfische - besonders Hecht, Barsch, Karpfen, Zander und Schleie -, Weißfische und der Aal zu fange

Fortbestand wird kontrolliert

Wie bedeutsam Fischwanderhilfen an Schleusen und Wehren für den Fortbestand sowie die Ausbreitung von Fischarten sind, hatte zuvor Dr. Christian Wolter vom Institut für Gewässerökologie und Binnenfischerei Berlin anschaulich dargelegt.
So habe es in der Spree vor Jahrhunderten noch Lachs, Stör, Aal, Zärthen sowie Meerneunauge gegeben. Nachdem etwa ab 1600 der Bau von Wehren begann,
sei für diese Fischarten der Weg zum Laichen im Meer abgeschnitten gewesen,
und sie sind aus der Spree verschwunden.