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Karlheinz Nowotny hat schon 5000 Besucher durch Sahara und Gran Canyon der Lausitz geführt
Träumer, Naturliebhaber, Visionär. „Trifft alles zu", sagt Karlheinz Nowotny und lächelt. „Ich kann gut damit leben." Klar, ein Teil seiner einstigen Visionen sind längst Realität. Der 77-Jährige aus Neusorgefeld (Dahme-Spreewald) hatte schon Anfang der 90er-Jahre geahnt, dass aus der geschundenen Tagebauregion in der Lausitz einmal blühende Landschaften werden. „Damals bin ich auf viel Skepsis gestoßen", sagt er. „Die Leute haben mich belächelt. Kaum einer konnte sich vorstellen, wie schön die Bergbaufolgelandschaft einmal wird."
VON ANDREAS STAINDL
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Karlheinz Nowotny aber schon: Er formt seine Hände zu Halbkreisen und hält sie dann vor die Augen: „Meine Visionsbrille", erklärt er und beschreibt sehr lebhaft, was er gedanklich entdeckt: „Ich sehe einen weißen Punkt am Horizont. Er kommt näher. Es ist ein Solarschiff. Leute steigen aus und laufen zu Fuß durch die Sahara. Ich sehe braun gebrannte junge Mädchen am Strand liegen und Seeadler über dem Wasser kreisen."
Das hat Nowotny den Leuten schon vor mehr als zehn Jahren erzählt, wenn er mit ihnen an der Tagebaukante stand. Doch wirklich geglaubt haben ihm nur wenige. Der rüstige Rentner hat die Umgestaltung der Schlabendorfer Felder von Beginn an als Beobachter begleitet. „Für den Tagebau lässt er alles stehen und liegen", sagt seine Frau Gisela. Ihr Mann war dabei, als die großen Abraumbagger in Rente geschickt und die zerklüfteten Flächen neu gestaltet wurden. „Hier entsteht etwas Wunderbares", schwärmt der Neusorgefelder. „Diese einschneidende Veränderung unserer Region muss man doch einem breiten Publikum bekannt: machen. Die Leute sollen erfahren, was hier im Osten Deutschlands mit dem zerstörten Land passiert."
Dieser Gedanke sei ihm über Nacht gekommen und lässt ihn nicht mehr los. Nowotny hat sechs offizielle Videofilme über die Entwicklung der Bergbaufolgelandschaft in den Schlabendorfer Feldern gedreht. Niemand hat ihn dazu aufgefordert oder gedrängt: „Einer muss doch die Veränderungen festhalten", erläutert er, und seine Augen funkeln. Der ehemalige Tagebau ist für ihn ein großes Eldorado. „Hier gibt es fast täglich etwas Neues zu entdecken." Er hat die erste Flutung gefilmt und Offroadtouren, die er initiiert und organisiert hat. Seine Filme zeigen die Oasen in der Natur, eine entstehende und lebende Landschaft. Halt Bergbaufolgelandschaft im Wandel der Zeit.
10 000 Kilometer war er in den vergangenen zehn Jahren unterwegs, um zu filmen, Interessierte durch den einstigen Tagebau zu führen und sie mit seinen Visionen zu infizieren. Alles ehrenamtlich und auf eigene Kosten. Auf jede Tour bereitet er sich sehr gewissenhaft vor. „Ich stelle mich auf meine Gäste, auf deren Bildungsniveau und Vorkenntnisse ein", erzählt Nowotny. Er ist dann nicht nur Wanderführer, sondern auch Chemie-, Geografie- und Geschichtslehrer, obwohl er das beruflich nie war.
Die weite Landschaft ist sein Lehrbuch. Nowotny schätzt, dass er etwa 5000 Leute in den vergangenen zehn Jahren durch die Bergbaufolgelandschaft geführt hat. Anfangs hatten kleine Gruppen bei ihm privat angefragt. Später dann folgten organisierte Touren über den Tourismusverband. Die Leitung des Polizeipräsidiums in Dresden war dabei, eine Wandergruppe aus Berlin und Schüler des Luckauer Bohnstedt-Gymnaiums beispielsweise, auch ausländische Gäste. Die RUNDSCHAU gewinnt Karlheinz Nowotny seit Jah ren für ihre Sommertour. Er zeigt den Lesern die Sahara und den Gran Canyon der Lausitz, die Flutung Schlabendorfer See und den Lorenzgraben etwa - natürlich auch die Sehenswürdigkeiten am Rande des einstigen Tagebaues
einstigen Tagebaus. Inzwischen sieht Karlheinz seine Visionen bestätigt: Inzwischen sieht Karlheinz seine Visionen bestätigt:
Die Tier und Pflanzenwelt hat sich prächtig entwickelt die Seelandschaft nimmt Gestellt an und lockt Badegäste. Und man spricht schon tatsächlich vom Solardampfer. „Er hält es für realistisch, dass die Schiffe 2020 über den Tagebausee fahren. „Wenn ich jünger wäre, würde ich ein solches Projekt investieren."
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Die Schwimmenden Häuser sind derzeit ein großes Thema in der Lausitz mit seinem großen Seenland -
zwei der Häuser sind bereits im Einsatz. Deshalb wird am 22. November an der Fachhochschule Lausitz in Cottbus, die auch ein Forschungsprojekt zu der neuen Architektur betreibt, ein Symposium unter dem Motto „Schwimmende Architektur -Neue Baukultur im Lausitzer Seenland" angeboten, das einen Dialog zwischen Investoren, Planern und Wissenschaftlern entwickeln soll.
Bereits am 7. November ist Cottbus Gastgeber für ein Architekturgespräch im Informations-, Kommunikations- und Medienzentrum (IKMZ) zum Thema „Cottbus - eine Stadt am Fluss". Es soll unter anderem die Frage gestellt und beantwortet werden, welche Bedeutung Architektur, Städtebau und Landschaftsgestaltung für die Lebensqualität der Stadt haben.
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