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Der Schlangenkönig
Die Schlangen hatte einst für die Spreewälder eine besondere Bedeutung. Vieldeutige Sagen gibt es zu den Schlangen. So die Sage vom Schlangenkönig:Damals lebten im Spreewald eine Fülle von Wasserschlangen, sogar geflügelte darunter. Sie besaßen einen Schlangenkönig. Der trug auf seinem Kopfe zwei gebogene Haken, die eine elfenbeinerne Krone umschlungen hielten. Diese Krone war von unschätzbarem Wert, wer sie erbeutete, der kam zu ungeheurem Reichtum. Das hörte der erste Lynar von Lübbenau, der ein kühner, aber armer Ritter war. Er wußte, daß der Schlangenkönig mit seinem Gefolge zuweilen an das Land geschwommen kam, um auf einer grünen Insel im Sonnenscheine zu tanzen. Dabei pflegte dieser regelmäßig die Krone abzunehmen und auf einen weißen Gegenstand abzulegen. Der Ritter (an anderer Stelle ist es ein Förster, kein Lynar) beschloß, sich diese Krone zu beschaffen. Er breitete ein weißes Tuch auf den Rasen aus und versteckte sich im Gebüsch. Nun, bei aufsteigender Sonne, kam der Schlangenkönig mit seinem Gefolge, legte die kostbare Krone auf das weiße Linnen, damit sie nicht beim Tanze behindere. Jetzt sprang der Graf hervor, griff das Tuch bei den Zipfeln und jagte zu Pferde davon. Mit ohrenbetäubendem Lärm folgten ihm tausende Schlangen. Schon glaubte sich der Flüchtende verloren, denn eine hohe Mauer hemmte seine Flucht. Doch sein Pferd setzte mit einem mächtigen Sprunge hinüber und der Graf war gerettet. Zum Danke dafür, daß er so reich geworden, ließ er in sein Wappen eine Mauer nebst geringelter Schlange aufnehmen. Noch heute sehen wir an Giebelenden der typischen Spreewaldhäuser die gekreuzten Schlangenhäupter. Sie gelten als Beschützer, bringen Glück ins Haus.
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Eine andere Geschichte von der Schlange.
erzählt von einer Versammlung an der Malksweide unweit vom Schloßberg in Burg. Jedes Jahr am 18. oder 19. März kamen in der Nacht riesige Scharen von Schlangen aus allen Himmelsrichtungen zu diesem Ort zum Schlangenkönig.
Der alte Bauer Malk, der in der Nähe wohnte, wollte in einer solchen Nacht in die Mühle ins Dorf gehen,
um sein Korn zu malen. Er machte sich auf den Weg Richtung Hafen also. Aber weit kam er nicht. Plötzlich fand er sich inmitten von unzähligen Schlangen. Malk sah auch die goldene Krone des Schlangenkönigs. Jeder Versuch, einen Schritt zu machen, mißlang. Die Schlangen bissen ihn ein paarmal. Malk konnte sich gottlob befreien. An Mehlmahlen war nicht mehr zu denken. Er rannte heimwärts, so schnell ihn seine Füße tragen konnten. Das alles hat Malk erlebt, mit eigenen Augen gesehen. Die Weide am Versammlungsort der Schlangen, heißt die „Malk-Weide", wohl Bauer Malk zu Ehren.
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Bär
Vor mehr als 300 Jahren war das ganze Spreewaldgebiet noch dichter Urwald, worin Bär, Wolf, Elch und manch anderer Geselle hausten. Den letzten Bären schoß 1650 Johann Sigmund von Lynar Lübbenau. Von einem Bären, der von einem kleinen Vogel in die Flucht geschlagen wird, erzählt folgendes: Der Bär kam einmal in eine Höhle, in welcher der Zaunkönig sein Nest hatte. Als der Bär sah, daß im Nest Junge lagen, wollte er dieselben herauswerfen. Aber der Zaunkönig flog aufsein Nest, fuhr ihn an: „Bär, kommst du heran, so zertrete ich dir alle Rippen im Leibe." Da fürchtete sich der Bär und zog ab. Diese durchaus lehrreiche Geschichte wurde schon 1880 aufgeschrieben und 1924 in Ferdinands Hirts- „Heimat- und Lesehafte" veröffentlicht |
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