Die Mittagsfrau

Sie streifte an sonnig heißen Sommertagen zwischen zwölf und ein Uhr mittags über die Die einen nennen sie Felddämon, die anderen sagen Feldgeist oder drohen: „Wenn Kinder ins Korn gehen, kommt die Sichelfrau." Gemeint ist die Mittagsfrau (Pschespolnitza). Sie streifte an sonnig heißen Sommertagen zwischen zwölf und ein Uhr mittags über die Felder und hatte es besonders auf jene abgesehen, die in der Mittagsstunde allein auf dem Felde zu arbeiten. Denn: „Die Stunde der Sonnenhöhe ist für die Ruhe bestimmt, sonst kommt der böse Geist und hat Gewalt über einen", so sagten die Bauern und: "Die Mittagsfrau bringt keinen Segen". Möglich, daß diese Sage aus der Pein entstand, daß früher Mägde und Knechte auf Geheiß ihrer Herren auch in der Mittagsglut auf den Erntefeldern schuften mußten und manches Hitzeschlag-Opfer zu beklagen war.

Ein Müllerbursche, der in der Straupitzer Buschmühle arbeitete, ging abends zum Forsthaus Straupitz, wo er wohnte. Dort an der Brücke sah er plötzlich eine weiße Frau, die nicht von der Stelle ging. Nun bekam es der Müllerbursche mit der Angst zu tun und rannte zur Mühle zurück. Da man ihm nicht gleich aufmachte, schlug er die Tür ein, um nur so schnell, wie möglich in das Haus zu kommen. (Erzählt von Margarete Rulla, Burg-Kolonie

Nachtfuhrmann
Auch er ist eine Sagengestalt, aber eine harmlose. Er soll wohl nur auf dem Kreuzweg von Burg-Dorf nach Werben gefahren sein. Bekannt ist nur, daß er „klaffki-kluffki" rief und wenn man ihm mit dem Pferdefuhrwerk begegnete, blieben die Pferde stehen.