Die Lutchen (Lutki

Von den Lutchen erzählen viele Sagen. Der Inhalt derselben
variiert, wie es bei den Überlieferungen so ist. Vor langer,
langer Zeit lebten in der Lausitz kleine Männchen, die Lutchen oder, wie die Einheimischen sagen, Lutki.
Sie trugen rote Jäckchen und Mützchen; waren kaum „fußlängegroß" oder eben so klein, daß sie im Backofen dreschen konnten.
Am liebsten lebten sie wohl auf dem Schloßberg. Aber auch auf
dem „Lutchenberg" nahe des Burger Friedhofs. Später hieß dieser Windmühlenberg, weil bis 1851 dort eine Windmühle stand.
Der Berg wurde leider 1927 für Wegeaufschüttungen abgetragen.
Heute heißt die Straße dort „Ziegenberge". Mit den Wenden hielten sie gute Freundschaft, waren in ihren Häusern gern
gese-hen, durften bei der Arbeit helfen und bekamen dafür dann
Backtrog, Butterfaß, Kuchenschieber, oft auch Brot
und Milch geborgt. Recht ulkig klang die Sprache der Lutki.
Sie gebrauchten die Verneinungsform und das klang dann so:
„Borgt euer Nichtbackfäßchen, geben euch dafür Nebrötchen."
Es war also ein gutes Auskommen miteinander,
bis sie dann eines Tages verschwanden, die Lutki. Man erzählt sich: Als die Kirche in Werben gebaut wurde und die Glocken zum ersten Mal läuteten, flohen die Lutki aus dem Spreewald.
Andere sagen, sie wären in ihr Tongeschirr gekrochen und darin
gestorben.

Taler am Kreuzweg

Einst ließ sich ein Mann vom Teufel am Kreuzweg einen Taler geben. Mit diesem Taler hatte es die Bewandtnis, daß er nie alle wurde. Der Teufel hatte jedoch dem Manne geraten, nie wieder in die Kirche zu gehen. Als aber die Christnacht herankam, konnte der Mann es nicht mehr aushalten und ging doch zur Kirche. Auf dem Heimweg flogen Raben immer um seinen Kopf. Er bat nun einen anderen Mann, daß er mit bis zum Kreuzwege käme. Dort legte er den Taler wieder hin. Er bekam von unsichtbarer Hand eine so derbe Ohrfeige, daß er sein Gehör dabei verlor. (Erzählt von Margarete Rulla aus Burg)